Hoher Materialumschlag im automatischen 24/7-Betrieb ohne Kranfahrer

Anforderungen in der automatisierten Müllverbrennung


Die dänische Amagerforbraending ist ein Unternehmen der Abfallverwertung zur Erzeugung von Elektrizität und Fernwärme. In dem Einzugsgebiet um den südlichen Teil der Hauptstadt Kopenhagen leben rund 500.000 Menschen. Amagerforbraending betreibt neben Recyclingstationen eine Müllverbrennungsanlage.
Die Krantechnik der 1970 errichteten Anlage wurde 2007 vollständig automatisiert.

  • Verbrennungsleistung von jährlich rund 430.000 t Abfall
  • Output: Über 1 Mio. MWh Energie und Fernwärme pro Jahr zur Versorgung von 140.000 Haushalten
  • Vier Ofenlinien verbrennen jeweils 17 t Müll pro Stunde

Maximale Effizienz: Hoher Umschlag gefordert

Um das stetig steigende Müllaufkommen bearbeiten zu können und die kontinuierliche Versorgung der Verbrennungslinien sicherzustellen, war maximale Effizienz im Materialhandling gefordert. Nach der Vollautomatisierung der Krananlagen sollte das bisherige Kranpersonal an qualifizierten Stellen im Unternehmen eingesetzt werden.

Steigerung der Umschlagleistung

  • Unabhängige Arbeitsbereiche der beiden Krananlagen
  • Für das Freiräumen der Kippstellen und die ausreichende Durchmischung des Materials sind hohe Umschlagleistungen gefordert
  • Die Krananlagen müssen hohe Geschwindigkeiten in den drei Achsen ohne Pendeln des Greifers erreichen

Automatik 24/7 h

  • Vollautomatische Steuerung der Krananlagen rund um die Uhr – ohne Kranfahrer

Maximale Verfügbarkeit

  • Beschickung aller Ofenlinien im Notfall auch mit nur einem Kran möglich
  • Verlängerung der Wartungsintervalle
  • Minimierung der Greiferbeschädigungen, die durch den manuellen Betrieb möglich sind

Kontinuität der Ofenbeschickung

  • Maximale Durchmischung des Mülls vor der Ofenbeschickung, damit ein konstanter Brennwert für die
  • Verbrennungslinien gesichert wird
  • Zeitgerechte Versorgung der Öfen mit Verbrennungsabfall

 
Zunächst sind die Krananlagen für den Automatikbetrieb ausgerüstet worden, der jedoch nur in bestimmten Zeiträumen zum Einsatz kam. In einem weiteren Schritt stellte man die Prozesskrane auf Vollautomatik ohne Kranfahrer um: 24 Stunden am Tag, 7 Tage pro Woche.

  • Zweiträger-Kran-Ausführung
  • Mehrschalen-Motor-Hydraulikgreifer in wartungsarmer Ausführung
  • Traglast: 16 t
  • Spurmittenmaß: 29,5 Meter
  • Umrichtergesteuerte Kran- und Katzfahrten
  • Lastabhängige Hubgeschwindigkeiten
  • Aktive Lastpendeldämpfung
  • Spiralig wickelnde Kabeltrommel als Stromzuführung zum Greifer.

Zusätzlich wurde als Schnittstelle zum Bediener ein Rechner mit Visualisierungssystem installiert. So ist das Personal permanent über den Befüllungsgrad des Bunkers sowie die aktuelle Positon und den Zustand der Krane informiert. Der Betreiber kann den Anlagenbetrieb über konfigurierbare Lager- und Befüllungsstrategien selbst programmieren und damit das Bunkermanagement optimieren. Nach diesen Modifikationen konnte eine Kapazitätssteigerung von 30% erreicht werden.


Beschickung und Strategien

Kontinuität der Ofenbeschickung

Die Müll-Anlieferung wird über ein Ampel- und Torsystem gesteuert. So bleibt während des Abkippvorgangs der Bereich hinter dem entsprechenden Tor für die Krane gesperrt, um den Greifer nicht mit herabstürzendem Müll zu überschütten. Pro Tag liefern rund 450 Fahrzeuge den Müll an.

Mischprogramm

Um eine gleichmäßige Verbrennung und damit eine höchstmögliche Konstanz für den Heizwert zu erreichen, verfügt die Anlage über Mischprogramme und Einlagerungsstrategien.
So erzeugen die Krane nach dem Freiräumen der Kippstellen Schüttkegel, die eine optimale Durchmischung des Mülls sicherstellen.

Start-Up-Strategie

Nach einem Wartungseinsatz unterstützt die Kransteuerung das Hochfahren der Verbennungslinie mit einer Start-Up-Strategie, welche die Umschlagmenge Schritt für Schritt steigert.

Trichterbeschickung

Der Beschickungsvorgang wird programmgesteuert für die unterschiedlichen Trichter angepasst. Durch die individuelle Beschickung der einzelnen Linien werden Trichterstopfer und Müllbrücken verhindert und damit der Materialfluss optimiert. 


 

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