

| Erfahrungsbericht |
Als ich vor einem Jahr bei der Demag Cranes & Components anfing, hatte ich schon einige Vorstellungen von dem, was mich erwarten würde, in anderen Bereichen ließ ich mich überraschen. Gespannt verfolgte ich die interne und externe Einführungswochen, in denen ich zusammen mit allen anderen Azubis meines Lehrjahres auf die bevorstehenden Jahre der Ausbildung vorbereitet wurde. Kaum von der Einführungsfahrt heimgekehrt ging es für mich auch schon zu meinem "ersten Schultag" bei der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (VWA) in Hagen. Es fand eine kleiner Vortrag über den schulischen Ablauf der Ausbildung statt und dann ging es auch schon los.
Die Berufsschullehrer kamen zu uns und legten gleich los. Bilanzen, Buchungen, Inventar... Das Verfahren sah von nun an so aus: Montag bis Donnerstag Einsatz in den Abteilungen und am Freitag Morgen Berufsschulunterricht, gefolgt von einer Vorlesung. Wochenende war dann leider noch nicht. Denn auch am Samstag hatte ich zwei Vorlesungen in der VWA. Doch man gewöhnt sich schnell daran.
Am Mittwoch Nachmittag hatte ich dann immer einen Englisch-Kurs mit einigen anderen Azubis. Bei dem Kurs hat mich unser Lehrer (der auch Engländer ist) prima auf eine Prüfung vorbereitet, die ich bald vor der englischen Handelskammer ablegen werde. Dann werde ich ein Zertifikat bekommen, das mir meine Englischkenntnisse bestätigt. Der Kurs wird hauptsächlich auf Englisch geführt und man erfährt viel über die britische Kultur.
Meine erste Abteilung war der "Einkauf". Bei uns in der Demag müssen jedes Jahr Hunderte von Millionen € ausgegeben werden. Das hört sich zwar ganz prima an für einen normalen Verbraucher wie mich, allerdings steckt da doch schon eine Menge Arbeit hinter. Erst einmal musste im Werk der Bedarf festgestellt werden, der dem Einkauf gemeldet wird. Daraufhin müssen die Einkäufer einen passenden Lieferanten finden, mit ihm verhandeln und schließlich die Bestellung aufgeben. Meine Aufgaben lagen größtenteils in dem Bestellverfahren. Doch gelegentlich konnte ich auch bei der Auswahl des Lieferanten mitwirken oder sogar bei einer Verhandlung dabei sein.
Nach vier sehr erfahrungsreichen Monaten im Einkauf kam ich in die Abteilung "Personal Angestellte". Hier werden alle Daten erfasst und verarbeitet, die sich rund um unsere angestellten Mitarbeiter drehen. Ich habe hauptsächliche bei der Abwicklung des Bewerberverfahrens mitgeholfen. Eine weitere Aufgabe war das Erstellen von Zeugnissen für unsere Mitarbeiter, wobei ich sehr genau auf die Formulierungen achten musste. Gelegentlich kam es auch vor, dass ein Mitarbeiter einen neuen Aufgabenbereich bekam und es nun an mir lag ihn der richtigen Tarifgruppe zuzuordnen, was sich bei dem Mitarbeiter im Gehalt bemerkbar gemacht hat.
Während dieser Zeit hatte ich auch schon meine Zwischenprüfung zum Industriekaufmann.
Als nächste Abteilung besuchte ich das "Controlling". Hier arbeiten die Zahlenknechte unseres Unternehmens. Die Planzahlen für die nächsten Geschäftsjahre werden errechnet, man schaut, wie viel worin investiert wird, wer welche Kosten verursacht und versucht diese ideal zu verteilen. Am Ende soll der Geschäftsführung ein möglichst genauer Überblick über die Verhältnisse in unserem Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Als Azubi hatte ich größtenteils die Aufgabe neue Werte in die Planungsstruktur einzupflegen oder sogar in unserem System eine neue Planungsstruktur für das nächste Geschäftsjahr anzulegen. Vielfach sollte ich Zahlen im System gegeneinander abgleichen und (viel schwieriger) die Gründe für etwaige Differenzen finden. Jetzt bin ich auch mit dieser Abteilung fertig und bereite mich nun intensiv auf meine Abschlussprüfung vor.