

| Der Marathon-Kran |
Der Zementhersteller Spenner nutzt einen Automatikkran von Demag Cranes & Components, um Zementklinker, Hüttensand und verschiedene Zuschlagsstoffe einzulagern und das Material den Mühlenbunkern zuzuführen. Bei seinem täglichen Einsatzmarathon "rund um die Uhr" muss der Zweiträger-Laufkran millimetergenau positionieren und den Wechsel zwischen der staubigen, heißen Halle und den im Freien herrschenden Witterungsbedingungen schadlos überstehen. Außerdem verlangt der Betreiber eine fehlerlose, transparente Bestandsverwaltung und das Einhalten vorgegebener Ablaufprioritäten.
Der Automatikkran von Demag Cranes & Components, Wetter/Ruhr, löste im Werk Nordstern der Spenner GmbH & Co. KG seinen über 30 Jahre alten Vorgänger ab. Der Zweiträger-Laufkran von Demag verfügt über eine Tragfähigkeit von dreizehn Tonnen und ein Spurmittenmaß von 22 Meter. Da sein elektrohydraulischer Greifer etwa fünf Tonnen wiegt, kann er Lasten im Gewicht von rund acht Tonnen transportieren. Der bisher genutzte Kran war noch mit einem einfachen Seilgreifer und mit einer Kabine ausgestattet, die 24 Stunden am Tag durch einen Mitarbeiter besetzt sein musste.
Bei der Neuinvestition fiel die Entscheidung auf einen Automatikkran, weil Spenner seine Kosten durch den Einsatz modernster Technik reduzieren wollte. Die anfängliche Skepsis gegenüber einer automatischen Lösung, die darauf beruhte, dass der Kran selbständig vier verschiedene Klinker, Hüttensand, Gips und andere Stoffe handhaben muss, legte sich schnell. Denn der Kran lief von Beginn an mit hoher Verfügbarkeit.
Der Kran lagert den Zementklinker, den Hüttensand und die anderen Einsatzstoffe nach ihrer Anlieferung durch Lkw in die nach Materialien getrennten Fächer der Halle ein. Vorher meldet der Bediener die Sorte des betreffenden Materials an die Kransteuerung, die den Lagerort jeder Sorte kennt. Über eine in den Greifer eingebaute Waage ist die Steuerung auch darüber informiert, wie viel pro Sorte transportiert wurde. Ebenfalls bekannt ist, wie hoch das Material jeweils liegt. Aufgrund des durchdachten Steuerungskonzeptes ist eine hohe Bestandstransparenz garantiert.
Sobald die Kransteuerung über Ultraschallsensoren die Information bekommt, dass die definierte Mindestfüllmenge eines der acht Mühlenbunker unterschritten ist, wird dieser vom Kran mit dem entsprechenden Material beliefert. Dabei ermöglichen die mit Frequenzumrichtern ausgestatteten Antriebe eine auf zwei bis drei Millimeter genaue Positionierung.
Eine weitere Forderung an den Kran waren Abläufe nach Prioritäten. Vorrangig ist immer die rechtzeitige und ausreichende Versorgung der Zementmühlen und somit die Auslagerung vor der Einlagerung. Die nächsthöhere Priorität hat dann das Entleeren der Kippbunker, die das Material von den Lkw aufnehmen. Entscheidend war auch, dass der Automatikkran die vorgegebene Umschlagleistung von rund 200 Tonnen in der Stunde erreicht. Denn falls alle drei Zementmühlen gleichzeitig arbeiten, ist pro Stunde Material im Gewicht von je 100 Tonnen auszulagern und wieder nachzuführen.
Da der Kran während der Saison an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr läuft, muss er eine hohe Verfügbarkeit bieten. Deshalb forderte Spenner den Einbau wartungsfreier Lager, die den Serviceaufwand minimieren. Überdies setzte die durch den Klinker verursachte hohe Staubbelastung eine spezielle Ausstattung des Krans voraus. Das gilt vor allem für die Steuerung, die Demag in einen außerhalb der Halle stehenden Container installierte. Neben dem Staub wird der Kran mit höheren Temperaturen konfrontiert, denn der Klinker ist bei seiner Anlieferung noch etwa 100 Grad Celsius heiß. Da der Klinker und der Hüttensand zudem eine schmirgelähnliche Aggressivität aufweisen, muss der Greifer des Krans verschleißfest sein.
Spenner entschied sich für Demag Cranes & Components als Lieferanten, weil die Demag-Mitarbeiter viel Erfahrung mit Kranen in der Zementindustrie haben. Zu den weiteren wichtigen Faktoren zählte die Nähe zum Demag-Werk Wetter, die einen prompten Service garantiert. Auf einen reibungslosen Betrieb zielte auch die Vermessung der vorhandenen Kranbahn mit dem Lasermesssystem LMS, die Demag vor der Lieferung des Krans durchführte. Danach wurde die Bahn, in Abstimmung mit Demag, neu ausgerichtet und zum Teil saniert.
Der Zweiträger-Laufkran wurde Ende 2002, dem Wunsch des Betreibers entsprechend, während der laufenden Produktion in Betrieb genommen. Die besondere Herausforderung war, dass der alte Kran noch arbeiten musste, während der neue schon installiert wurde.