Leichtes Spiel mit schweren Lasten

Demag-Krane handhaben große Walzen und Papierrollen

Egal, ob es um das Handling von Walzen oder Papierrollen geht, bei der W. Hamburger AG haben die Krane von Demag Cranes & Components auch mit schweren Lasten leichtes Spiel. Der österreichische Papierhersteller nutzt die schnellen Krane rund um die Uhr für Wartungszwecke sowie zum Transportieren und Lagern.

Die W. Hamburger AG produziert hochwertige Weltpappe-Rohpapiere auf Altpapierbasis. Für das Werk Pitten in Niederösterreich investierte das Unternehmen rund 70 Millionen Euro in den Umbau der Papiermaschine 4 (PM4), um vor allem die Qualität zu erhöhen und die Produktivität zu steigern. Weil die Anfang Februar 2004 in Betrieb gegangene neue PM4 mit schwereren Produktionswalzen und Pressen arbeitet und aufgrund des schnelleren Durchlaufs größere und schwerere Mutterrollen produziert, war ein Transport- und Handlingsystem mit höheren Tragkräften als bisher gefragt.

Im Bereich der Produktion entschied sich Hamburger für drei Zweiträger-Laufkrane von Demag Cranes & Components. Einer davon, ausgestattet mit drei Windwerkskatzen mit je 45 Tonnen Tragfähigkeit, ist ein reiner Reparaturkran. Mit seinen drei Hubwerken hilft er, die bis zu 41 Tonnen wiegenden Walzen aus der PM4 auszubauen. Wegen der hierbei notwendigen unterschiedlichen Arbeitsschritte, bei denen der Kran die Walzen auch drehen muss, benötigt Hamburger mitunter alle drei Windwerke und manchmal nur eine der Laufkatzen.

Der zweite in der Produktion eingesetzte Zweiträger-Laufkran verfügt über zwei stufenlos hebende und senkende Windwerkskatzen mit Tragfähigkeiten von 37 und 12,5 Tonnen. Er arbeitet im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr an 350 Tagen im Jahr in Einsatzintervallen von etwa 30 Minuten. Sein Haupthubwerk verwendet Hamburger zum Handhaben der Mutterrollen, das Hilfshubwerk für Wartungsarbeiten. Der dritte Kran ist für das Handling im Walzenlager zuständig. Seine zwei Seilzug-Hubwerke heben Lasten im Gewicht von 45 bzw. 6,3 Tonnen. Alle drei Krane fahren auf derselben Kranbahn mit einem Spurmittenmaß von 18,3 Meter und sind mit Funkfernsteuerungen ausgerüstet.

Der 37/12,5-Tonnen-Kran nimmt die aus der Papiermaschine kommende Mutterrolle auf und bringt sie zur Rollenschneidemaschine. Dort wird das Papier kundenspezifisch in mehrere kleinere Rollen mit unterschiedlichen Durchmessern geschnitten. Anschließend laufen die Rollen auf einem Fördersystem in die Rollenlagerhalle. Die beiden im Lager arbeitenden Zweiträger-Laufkrane nehmen die Papierrollen automatisch mit ihren Vakuumsauggreifern auf und lagern sie nach Vorgabe des ebenfalls von Demag stammenden Lagerverwaltungssystems stehend ein. Die Sauggreifer sind mit einem Führungsdorn ausgestattet, der von oben in die Hülse der jeweiligen Rolle fährt und die Saugglocke darauf zentriert. Dann wird die Luft aus der Rolle evakuiert, damit sie sich durch den Vakuumgreifer anheben lässt. Ein mechanischer Greifer hätte mehr Platz gebraucht. Zur Auslagerung angeforderte Rollen werden von den Kranen entnommen und auf ein Auslagerband gesetzt.

Das Rollenlager wurde gleich als automatisches Kranlager geplant. Dazu trug bei, dass sich Hamburger bei Referenzbesuchen von der Effizienz dieser Lösung überzeugen konnte. Zum einen kommt das Kranlager, im Verhältnis zu seiner Aufnahmekapazität, mit einer kleinen Grundfläche aus. So erreicht Hamburger auf etwa 3.000 Quadratmeter Fläche eine Lagerkapazität von 16.000 Tonnen Papier. Dabei stapelt das Unternehmen die Rollen, sortiert nach Durchmessern, bis zu einer Höhe von 14 Meter.

Hamburger hat sich in diesem Bereich für zwei automatische Zweiträger-Laufkrane entschieden, die mit einer Tragfähigkeit von je fünf Tonnen und einem Spurmittenmaß von 30,5 Meter versehen sind. Hätte er Gabelstapler eingesetzt, müsste er mit einer wesentlich geringeren Stapelhöhe auskommen. Im Gegensatz zu den Staplern haben die Krane außerdem, trotz dichter Blocklagerung, stets schnell Zugriff auf alle Papierrollen. Insofern erreichen sie die verlangte Zahl von stündlich 35, in Spitzenzeiten sogar 70 kombinierten Ein- und Auslagerungen. Und während die Krane Platz sparend über dem Lager installiert sind, benötigten Stapler Gassen. Durch Staplerverkehr bestände zudem die Gefahr, die Rollen an den Rändern zu beschädigen. Die Krane nehmen diese dagegen sanft mit Vakuumgreifern auf. Ferner wird durch eine pendelfreie Lastführung ein präzises Positionieren ermöglicht. Somit ist eine Vorbedingung für die Stabilität der gestapelten Rollentürme erfüllt.

Die Planung des automatischen Papierrollenlagers lief direkt zwischen Hamburger und dem Stammwerk der Demag Cranes & Components in Wetter/Ruhr. Hamburger entschied sich für diesen Lieferanten, da er die hohen Anforderungen an die Krane erfüllt und weil er eine ganzheitliche Logistiklösung, einschließlich Steuerung, anbot. Sehr wichtig war auch eine hohe Verfügbarkeit der Krane. Vor allem wegen des 30-Minuten-Taktes beim Produktionskran sind 99,9 Prozent rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr gefordert. Deshalb wurde für alle Krane ein Full-Service- und ein Rufbereitschaftsvertrag abgeschlossen.




 
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