

| Basis für hohe Verfügbarkeit |
Will ein Betreiber seinen Kran über viele Jahre mit hoher Verfügbarkeit nutzen, muß er die nötigen Voraussetzungen dafür durch den "richtigen" After-Sales-Service schaffen. Entsprechende Dienstleistungen führt sowohl die Demag Cranes & Components GmbH als auch die Kranservice Rheinberg GmbH aus, an der Demag eine Mehrheitsbeteiligung von 100 Prozent hält. Die Servicebereiche der Unternehmen ergänzen sich und kooperieren dann, wenn es sinnvoll ist. Beide bieten das komplette Spektrum des After-Sales-Service auch im Hinblick auf Fremdprodukte an.
Die Demag Cranes & Components GmbH, Wetter/Ruhr, teilt ihren Geschäftszweig After-Sales-Business in die Bereiche klassischer Service, Modernisierung, Umrüstung und Ersatzteile. Der Anteil des Geschäftszweigs am Erfolg des Unternehmens ist beachtlich, denn er liegt zurzeit bei etwa einem Viertel des weltweiten Gesamtumsatzes von rund 850 Millionen Euro pro Jahr.
Die Dienstleistungen der Kranservice Rheinberg GmbH (KSR), Rheinberg, entsprechen praktisch denen der Demag. Unterschiede sind vor allem in den Produkten selbst zu finden. Während Demag vornehmlich Kransysteme für den innerbetrieblichen Transport liefert, geht es bei KSR um Krane für See- und Binnenhäfen, beispielsweise um Portalkrane und große Drehkrane.
Zum klassischen Service zählen sämtliche Leistungen, die dazu beitragen, Krananlagen, Hebezeuge und deren Komponenten einsatzbereit zu halten, wie Wartung, Inspektion und Instandsetzung. Die verlangte Verfügbarkeit ist durch vorbeugende, aktive und reaktive Maßnahmen erreichbar. Demag favorisiert die regelmäßige Prävention, damit Fehler und Störungen gar nicht erst auftreten und weil sich vorbeugende Maßnahmen und die daraus resultierenden Stillstandzeiten in die Fertigungsabläufe einplanen lassen.
Doch auch diese Vorgehensweise hat Nachteile. Da man den Verschleiß von Einzelelementen nicht erkennen kann, ist es denkbar, daß voll funktionsfähige Anlagenelemente zu früh ausgetauscht werden, was überhöhte Instandhaltungskosten zur Folge hätte. Abgesehen davon sind Schäden, trotz präventiver Wartung, keinesfalls auszuschließen. Hier setzen die Diagnosen an, wie Laservermessung oder Antriebsdiagnose. Durch sie sollen rechtzeitig Schwachstellen an einer Anlage aufgedeckt und beseitigt werden.
Daraus ergeben sich vielfältige Vorteile. Unter anderem steigt die allgemeine Lebensdauer von Komponenten und Systemen. Zudem minimiert oder erübrigt die Diagnose den Zeitaufwand für den jeweiligen Wartungsgang, es sinken die Ersatzteilkosten und der störungsfreie Betrieb fördert die Anlagenverfügbarkeit. Das Ergebnis ist mehr Produktionssicherheit bei geringeren Prozeßkosten.
Die Laservermessung wird primär genutzt, um Kranbahnen und Bodenschienen zu vermessen und um dabei Abweichungen zu erkennen, die Korrektur- oder Sanierungsmaßnahmen erfordern. Der Zustand der Kranbahnen hat entscheidenden Einfluß auf die Lebensdauer verschiedener Krankomponenten. So heben Abweichungen von der Sollspannweite die Parallelität der Schienen auf; das zieht einen hohen Verschleiß an der Kranbahn und den Laufrädern nach sich. Höhenunterschiede zwischen den Schienen verursachen Schäden an Rädern, Getrieben und Motoren. Sie bewirken im schlimmsten Fall ein starkes Pendeln der Last, von dem wiederum Gefahr für Personen und Betriebseinrichtungen ausgeht. Mit dem patentierten Demag Lasermeßsystem läßt sich eine solche Messung, verglichen mit den herkömmlichen Verfahren, spürbar schneller, kostengünstiger und in erheblich besserer Qualität durchführen. Aufgrund der detaillierten Auswertungsmöglichkeiten gilt dies ebenso für anschließende Reparatur- und Richtarbeiten. Daneben vermißt man mit konventionellen Geräten, wie Theodoliten und Nivelliergeräten, die Geometrie von Krananlagen und die Stellung von Rädern zueinander. Durch eine Schrägstellung der Räder können beispielsweise Krane unsauber laufen und somit Störungen hervorrufen.
Bei der Antriebsdiagnose, die auf der Messung von Körperschall beruht, werden Zustände von Antriebskomponenten bewertet. Dazu bringt Demag Beschleunigungsaufnehmer an, die den abgestrahlten Körperschall messen. Das erfolgt im laufenden Betrieb, ohne diesen zu beeinträchtigen. Je dichter die Werte an den Toleranzgrenzen liegen, desto zügiger sind adäquate Maßnahmen einzuleiten. Eine rechtzeitige Diagnose erweitert den Zeitraum für Vorbereitungen, so daß sich die eigentlichen Wartungsarbeiten merklich schneller ausführen lassen.
Zunehmend spielt auch die Ferndiagnose eine zentrale Rolle. Mit Unterstützung des Tele-Monitoring kann man sich von jedem Standort aus über ein beliebiges Telefon in Echtzeit in den Leitrechner eines vollautomatischen Krans einwählen, eine Diagnose durchführen und einen aufgetretenen Fehler via Telefon selbst beheben oder dies von einem Mitarbeiter des Anwenders erledigen lassen. Ein in der Entwicklung befindliches Kran-Monitoring soll künftig auch den Zugang zu Anlagen erlauben, die nicht mit Leitrechner- oder Bussystemen ausgestattet sind. Die Vorzüge der Ferndiagnose zeigen sich verstärkt, wenn der Betreiber seinen Kran "rund um die Uhr" benötigt.
Sofern der Kunde es wünscht, wird sein Kran während dessen gesamter Lebenszeit durch maßgeschneiderten Service betreut, damit er stets wirtschaftlich einsetzbar ist. Schon bei Verkauf eines Krans berät Demag bezüglich geeigneter Serviceverträge und der Bevorratung von Ersatzteilen. Diese Teile wären sonst eventuell im Störungsfall nicht greifbar, und der Kunde müßte mit einem längeren Ausfall seiner Anlage rechnen. Im Rahmen des Rufbereitschaftsvertrages hätte der Betreiber ferner täglich 24 Stunden lang Zugriff auf den Rat von Experten; ein Vorteil, der die Verfügbarkeit zusätzlich absichern würde. Nach der Installation eines Krans führt Demag Schulungen durch und weist den Anwender in die Nutzung und auch in gewisse Wartungsarbeiten ein, für die es zu aufwendig wäre, einen Servicetechniker anreisen zu lassen.
Von einer Modernisierung spricht man beim Austausch einer alten gegen neue Technik, von einer Umrüstung beim Anpassen einer Anlage an geänderte Anforderungen. Zum Beispiel wird ein Portalkran für Container umgerüstet oder modernisiert, falls er seinen Standort wechselt oder wenn sich sein Einsatzzweck ändert. Denn eine Anpassung ist oft ökonomischer als eine Neuinvestition, die für einen Containerkran, der 20 bis 30 Jahre oder sogar länger betrieben wird, mehrere Millionen Euro beträgt. Entsprechende Modernisierungs- und Umrüstungsmaßnahmen, unter anderem mit Hilfe neuer Technologien, können die aus dem Betrieb eines Krans resultierenden Vorteile noch steigern. Exemplarisch stehen dafür ein verbesserter Bedienkomfort und vereinfachte Wartungsarbeiten.
Demag und KSR konzentrieren ihre Serviceaktivitäten nicht nur auf die eigenen Anlagen, sondern öffnen sich immer mehr Fremdfabrikaten. Das geschieht deshalb, weil sie bei den Kunden zunehmend mit einem Produktmix verschiedener Hersteller konfrontiert werden. Dabei kommt ihnen entgegen, daß sie "alles aus einer Hand" anbieten und daher auch über fundiertes Wissen hinsichtlich der Fertigung und des Betriebs von Kranen verfügen. Demag wartet außerdem nach wie vor Anlagen aus dem Systembereich und Regalbediengeräte; denn das Unternehmen hat das für diese Aufgaben notwendige Know-how und will es weiter nutzen.
Auch der Handel mit gebrauchten Kranen, den die KSR betreibt, bedingt einen umfassenden Service und folglich fachspezifische Erfahrungen. Gebrauchtkrane werden häufig gesucht; und andererseits wollen Kunden bei einer Neuanschaffung oft ihren alten Kran verkaufen. Aufgrund ihrer Marktkenntnisse kann KSR vielfach beiden Seiten helfen. Die Rheinberger nehmen auch Krane in Zahlung oder leisten Anzahlungen.